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Der Direktor des IKZ, Prof. Dr. Roberto Fornari ist
mit dem Votum der Gutachter außerordentlich zufrieden: "Ich bin stolz
und glücklich", sagt Fornari, der vor zwei Jahren sein Amt antrat.
Nach Einschätzung des Leibniz-Senats ist sein Institut "ein national
und international anerkanntes Kompetenzzentrum für alle
naturwissenschaftlichen und technischen Fragen, die die Züchtung und
das Wachstum von Volumenkristallen betreffen." Das IKZ übt dem Urteil
der Evaluierungskommission zufolge "eine wichtige Funktion zwischen
universitärer Grundlagenforschung und industrieller Forschung auf dem
Gebiet der Kristallzüchtung aus."
Roberto Fornari hat am IKZ bereits viel bewegt. Er
gab dem Institut eine neue Struktur mit zwei übergeordneten
Kompetenzfeldern und fünf Querschnittsgruppen. "Jedes Thema, das wir
bearbeiten, wird von einer interdisziplinären Truppe entwickelt.
Kristallzüchter spielen natürlich die größte Rolle, aber das Wachstum
muss von verschiedenen Kompetenzen unterstützt werden. So sind in
jedem Thema auch Kollegen von der Numerischen Modellierung sowie der
Anlagentechnik, Charakterisierung und Materialbearbeitung
eingeschlossen", erläutert Fornari. Er selbst leitet das Kompetenzfeld
"Kristalline Schichten und Nanostrukturen". Auch hier erfuhr er durch
die Gutachter Bestätigung. "Die vom Direktor aufgezeigten neuen
Themenfelder sind vielversprechend", heißt es in dem Bericht. Fornari
sieht das auch als Ansporn: "Wir wollen uns weiter intensiv darum
kümmern."
Konsequent hat der Institutsdirektor auch darauf
geachtet, das IKZ zu verjüngen. Die Zahl der Doktoranden hat sich
nahezu verdoppelt, von 5 auf 9, ebenso stieg der Frauenanteil im
wissenschaftlichen Personal von 5 auf nunmehr 10 Mitarbeiterinnen
(gesamtes wissenschaftliches Personal heute: 46). "Bei den
Neubesetzungen habe ich natürlich jungen und hochmotivierten
Wissenschaftler Priorität gegeben", berichtet Fornari. So sank das
Durchschnittsalter insgesamt von 51 auf 49 Jahre, das der
Projektwissenschaftler von 48 auf 44 Jahre.
Hintergrund-Informationen zum Institut für
Kristallzüchtung
Das Institut für Kristallzüchtung (IKZ) im
Forschungsverbund Berlin e.V. züchtet, bearbeitet und charakterisiert
Kristalle unter Einsatz zahlreicher unterschiedlicher Methoden.
Zugleich entwickelt es Baugruppen für Kristallzüchtungsanlagen und
befasst sich mit der numerischen Modellierung der Kristallzüchtung.
Das Institut versteht sich als Kompetenzzentrum zu allen wesentlichen
naturwissenschaftlichen und technischen Fragen, die Züchtung und das
Wachstum von Kristallen und Schichten betreffen. Das Institut nimmt
eine Servicefunktion wahr, indem es Kristalle, Anlagen und Verfahren
für Kooperationspartner und Auftraggeber entwickelt oder bereit
stellt.
Die Geschichte der Kristallzüchtung in Adlershof
reicht bis in die 1960-er Jahre zurück, als Experten der Akademie der
Wissenschaften der DDR begannen, Kristalle zu erforschen und zu
züchten. Das IKZ wurde 1992 aufgrund einer Empfehlung des
Wissenschaftsrats neu gegründet. Es ging aus dem Technikum für
Kristallzüchtung des ehemaligen Zentrums für wissenschaftlichen
Gerätebau (ZWG) der Akademie der Wissenschaften der DDR hervor.
Darüber hinaus wurden Wissenschaftler aus den Zentralinstituten für
Elektronenphysik (ZIE) und für Optik und Spektroskopie (ZOS) der
Akademie der Wissenschaften der DDR aufgenommen.
Von Anfang an gehörte das IKZ zur
Leibniz-Gemeinschaft, damals noch "Blaue Liste". Es gilt als
Einrichtung mit Servicefunktion für die Forschung und wird von Bund
und Ländern gemeinsam gefördert. Das Institut ist seit der Gründung
Teil des Forschungsverbundes Berlin. Im Jahr 2004 verfügte das
Institut über ein Budget von 7,9 Millionen Euro. Davon waren 1,8
Millionen Euro (22 Prozent) Drittmittel. Zum Stichtag 31.12.2004
arbeiteten am IKZ 87 Frauen und Männer, darunter 44 im Bereich
wissenschaftliches und leitendes Personal.
Das IKZ wurde vom Wissenschaftsrat zuletzt 1997
evaluiert. |