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"Viele Bewerberinnen und Bewerber kommen aus
deutschen Hochschulen und sehen in unserem Programm eine attraktive
Karriereperspektive. Was wir bieten sind eine frühe wissenschaftliche
Selbstständigkeit, sehr gute Arbeitsbedingungen und eine "Tenure-Option",
also die Aussicht auf eine Dauerposition", so Professor Dr. Jürgen
Mlynek, Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft. "Durch eine gemeinsame
Berufung von Nachwuchsgruppenleitern auf Juniorprofessuren möchte ich
unsere Zusammenarbeit auch stärker institutionell verankern."
Die 17 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler
haben sich in einem mehrstufigen Wettbewerbsverfahren mit externen
Fachbegutachtungen und Präsentationen vor einer interdisziplinären
Jury unter 50 Bewerbungen durchgesetzt. Nach drei bis vier Jahren
werden alle Gruppen einer Zwischenevaluation unterzogen. Fällt diese
positiv aus, wird dem Gruppenleiter ein unbefristetes
Arbeitsverhältnis angeboten.
Eine Forscherin und drei Forscher konnten aus dem
Ausland zurückgeholt werden, wo sie bei sehr renommierten
Einrichtungen wie der Harvard Medical School, dem Memorial
Sloan-Kettering Cancer Center, der Columbia University oder der Thomas
Jefferson National Accelerator Facility kommen. Sechs Gruppen werden
von Wissenschaftlerinnen geleitet.
Die Helmholtz-Gemeinschaft fördert zwei
unterschiedliche Typen von Nachwuchsgruppen, die für fünf Jahre
mindestens 250.000 Euro jährlich bekommen: Bei
Helmholtz-Hochschul-Nachwuchsgruppen besteht bereits eine enge
Verbindung mit einer Partnerhochschule. Die Kosten werden mit 125.000
Euro zur Hälfte aus dem Impuls- und Vernetzungsfonds des Präsidenten
gedeckt. "Als Kernelemente des deutschen Wissenschaftssystems sind
Universitäten unsere wichtigsten Kooperationspartner. Gemeinsam können
wir den Wissenschaftsstandort Deutschland dauerhaft stärken und durch
ein neues Niveau der Zusammenarbeit die Versäulung des
Wissenschaftssystems überwinden", sagte Mlynek. Das Konzept wurde
gemeinsam mit der Hochschulrektorenkonferenz entwickelt. Die jungen
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler übernehmen akademische Rechte
und Pflichten und können sich so für eine Universitätskarriere
qualifizieren. Der zweite Typ, Helmholtz-Nachwuchsgruppen, richtet
sich an Kandidaten aus dem Ausland. Hier sollen die Verbindungen mit
einer Partnerhochschule erst noch aufgebaut werden.
Geförderte Nachwuchsgruppen
Die geförderten Gruppen kommen aus allen sechs
Helmholtz-Forschungsbereichen: Energie (1), Erde und Umwelt (4),
Gesundheit (5), Schlüsseltechnologien (1), Struktur der Materie (4),
Verkehr und Weltraum (2):
Titel: Aufklärung geochemischer
Reaktionsmechanismen an der Wasser/Mineralphasen-Grenzfläche
Forschungsbereich: Energie
Helmholtz-Zentrum: Forschungszentrum Karlsruhe
Hochschule: U Heidelberg
Leitung: Dr. Thorsten Stumpf Universität Heidelberg
Titel: Paleo Acidity and CO2 reconstructions from
marine Geochemichal archives - pAGE
Forschungsbereich: Erde und Umwelt
Helmholtz-Zentrum: Alfred-Wegener-Institut für Polar- und
Meeresforschung
Hochschule: U Bremen
Leitung: Dr. Bärbel Hönisch Columbia University, New York, USA
Titel: Applications of molecular 14C analysis for
the study of sedimentation processes and carbon cycling in marine
sediments
Forschungsbereich: Erde und Umwelt
Helmholtz-Zentrum: Alfred-Wegener-Institut für Polar- und
Meeresforschung
Hochschule: U Bremen
Leitung: Dr. Gesine Mollenhauer Universität Bremen
Titel: Sensitivity of the permafrost system`s water
and energy balance under changing climate: A multiscale perspective
Forschungsbereich: Erde und Umwelt
Helmholtz-Zentrum: Alfred-Wegener-Institut für Polar- und
Meeresforschung
Hochschule: U Heidelberg
Leitung: Dr. Julia Boike Alfred-Wegener-Institut für Polar- und
Meeresforschung, Bremerhaven
Titel: Biotic Ecosystem Services
Forschungsbereich: Erde und Umwelt
Helmholtz-Zentrum: Umweltforschungszentrum Halle-Leipzig
Hochschule: U Göttingen
Leitung: Dr. Carsten F. Dormann Umweltforschungszentrum Halle-Leipzig
Titel: Structural tumour biology
Forschungsbereich: Gesundheit
Helmholtz-Zentrum: Deutsches Krebsforschungszentrum
Hochschule: keine
Leitung: Dr. Nicolas H. Thomä Memorial Sloan-Kettering Cancer Center,
New York, USA
Titel: Regulation of mRNA turnover in normal and
tumor cells
Forschungsbereich: Gesundheit
Helmholtz-Zentrum: Deutsches Krebsforschungszentrum
Hochschule: keine
Leitung: Dr. Georg Stoecklin Harvard Medical School, Boston, USA
Titel: Oncolytic adenoviruses for targeted and
multimodal cancer therapy
Forschungsbereich: Gesundheit
Helmholtz-Zentrum: Deutsches Krebsforschungszentrum
Hochschule: U Heidelberg
Leitung: Dr. Dirk M. Nettelbeck Universität Erlangen
Titel: Molecular Epidemiology of Cancer
Forschungsbereich: Gesundheit
Helmholtz-Zentrum: Deutsches Krebsforschungszentrum
Hochschule: U Heidelberg
Leitung: Dr. Barbara Burwinkel Deutsches Krebsforschungszentrum,
Heidleberg
Titel: RNA editing and hyperexcitability disorders
Forschungsbereich: Gesundheit
Helmholtz-Zentrum: Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin
Hochschule: HU Berlin
Leitung: Dr. Jochen Meier Charité Berlin
Titel: Metamaterials for Photonics
Forschungsbereich: Schlüsseltechnologien
Helmholtz-Zentrum: Forschungszentrum Karlsruhe
Hochschule: U Karlsruhe
Leitung: Dr. Stefan Linden Forschungszentrum Karlsruhe
Titel: Multi-messenger study of point sources of
cosmic rays including data from IceCube
Forschungsbereich: Struktur der Materie
Helmholtz-Zentrum: Deutsches Elektronen-Synchrotron
Hochschule: HU Berlin
Leitung: Dr. Elisa Bernardini Deutsches Elektronen-Synchrotron,
Hamburg
Titel: R&D Studies for New Photo Detectors and
their Integration in HEP Detectors
Forschungsbereich: Struktur der Materie
Helmholtz-Zentrum: Deutsches Elektronen-Synchrotron
Hochschule: U Hamburg, U Heidelberg, U of Shinshu, Japan
Leitung: Dr. Erika Garutti Deutsches Elektronen-Synchrotron, Hamburg
Titel: Hypernuclear Spectroscopy with Heavy Ion
Beams
Forschungsbereich: Struktur der Materie
Helmholtz-Zentrum: Gesellschaft für Schwerionenforschung
Hochschule: U Mainz
Leitung: Dr. Takehiko Saito Gesellschaft für Schwerionenforschung,
Darmstadt
Titel: Few-Nucleon Systems in Chiral Effective
Field Theory
Forschungsbereich: Struktur der Materie
Helmholtz-Zentrum: Forschungszentrum Jülich
Hochschule: U Bonn
Leitung: Dr. Evgeny Epelbaum Thomas Jefferson National Accelerator
Facility, Newport News, USA
Titel: Electrolytic Production Routes for Titanium
Matrix Composites
Forschungsbereich: Verkehr und Weltraum
Helmholtz-Zentrum: Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V.
Hochschule: TH Aachen
Leitung: Dr.-Ing. Joachim Hausmann Deutsches Zentrum für Luft- und
Raumfahrt, Köln
Titel: New flow solver technology based on adaptive
higher order Discontinuous Galerkin methods
Forschungsbereich: Verkehr und Weltraum
Helmholtz-Zentrum: Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V.
Hochschule: TU Braunschweig
Leitung: Dr. Ralf Hartmann Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt,
Braunschweig
Die Helmholtz-Gemeinschaft ist mit ihren 15
Forschungszentren und einem Jahresbudget von rund 2,2 Milliarden Euro
die größte Wissenschaftsorganisation Deutschlands. Die 24 000
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Helmholtz-Gemeinschaft erbringen
wissenschaftliche Spitzenleistungen in sechs Forschungsbereichen:
Energie, Erde und Umwelt, Gesundheit, Schlüsseltechnologien, Struktur
der Materie, Verkehr und Weltraum. Die Helmholtz-Gemeinschaft
identifiziert und bearbeitet große und drängende Fragen von
Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft, insbesondere durch die
Erforschung von Systemen hoher Komplexität. Dies steht in der großen
Tradition des großen Naturforschers Hermann von Helmholtz (1821-1894). |