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Prof. Tom Rapoport, Preisträger der Max-Delbrück-Medaille
2005
Photo: Harvard Medical School
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"Eine Zelle ist wie eine Fabrik. Eine ihrer
wichtigsten Aufgaben ist es, Proteine herzustellen und an den
richtigen Ort zu transportieren," sagte Prof. Rapoport in seinem
Vortrag, der sich an die Preisverleihung anschloss. "Die Verladung der
Produkte und ihre Zustellung an den richtigen Empfänger ist allerdings
in einer Zelle komplizierter als in einer Fabrik, da die Zelle die
Güter, die sie produziert, zum Teil auch selbst benötigt". Eine
entscheidende Rolle spielt dabei ein Membrankanal, der manche Proteine
durch die Membran transportiert und andere in sie einlagert. Seit
einigen Jahren beschäftigt sich Prof. Rapoport auch mit der Frage, wie
die charakteristische Gestalt einer Organelle entsteht, insbesondere
die eines Schlauchsystems, das die gesamte Zelle durchzieht und für
den Transport von Proteinen notwendig ist.
Tom Rapoport wurde am 17. Juni 1947 in Cincinnati (USA) geboren, wohin
seine Eltern in der Nazizeit geflüchtet waren. In den 50er Jahren
kehrte die Familie Rapoport nach Europa zurück und ging schließlich
nach Ost-Berlin. Nach dem Abitur studierte Tom Rapoport an der
Humboldt-Universität Chemie und Biochemie und ging nach seiner
Promotion an das Zentralinstitut für Molekularbiologie der Akademie
der Wissenschaften der DDR in Berlin-Buch. 1982 arbeitete er für drei
Monate im Labor des späteren Nobelpreisträgers Günter Blobel an der
Rockefeller Universität von New York, wurde 1985 Professor für
Zellbiologie und Leiter einer Forschungsgruppe am Bucher
Akademieinstitut. 1992 erhielt er in Buch an dem nach der Wende dort
neugegründeten Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC)
Berlin-Buch eine Stelle als Forschungsgruppenleiter. 1995 nahm Prof.
Rapoport einen Ruf an die Harvard Medical School in Boston an, wo er
seit 1997 am Howard Hughes Medical Institute (HHMI) arbeitet.
Prof. Rapoport erhielt zahlreiche Ehrungen im In- und Ausland. Er ist
unter anderem Mitglied in der Leopoldina, der European Molecular
Biology Organization (EMBO), der American Academy of Arts and Sciences
und der National Academy of Science und er ist Auswärtiges
Wissenschaftliches Mitglied des Max-Planck-Instituts für
biophysikalische Chemie in Göttingen. Er wurde mit dem Johannes-Müller
Preis für Experimentelle Medizin ausgezeichnet, dem
Rudolf-Virchow-Preis, und er erhielt die Otto-Warburg-Medaille der
Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie (GBM).
Die Max-Delbrück-Medaille wird seit 1992 jährlich an einen
herausragenden Wissenschaftler im Rahmen der "Berlin Lectures on
Molecular Medicine" vergeben, die das MDC mit anderen Berliner
Forschungseinrichtungen und der Schering Forschungsgesellschaft
veranstaltet. Der erste Berlin Lecturer war der spätere
Medizinnobelpreisträger Prof. Blobel.
Träger der Max-Delbrück-Medaille
2005 Prof. Tom Rapoport, Harvard Medical School, Boston/USA
2004 Prof. Victor J. Dzau, Duke Universität, Durham (USA)
2003 Prof. Ronald D. G. McKay, National Institute of Neurological
Disorders and Stroke (NINDS), Bethesda, USA
2002 Prof. Roger Y. Tsien, Howard Hughes Medical Institute (HHMI) und
University of California San Diego, La Jolla, USA
2001 Prof. Eric S. Lander, Whitehead Institute, Cambridge, USA
2000 Prof. Joan Argetsinger Steitz, Yale Universität, New Haven, USA)
1999 Prof. Paul Berg, Stanford Universität, USA (Chemienobelpreis
1980)
1998 Prof. Svante Pääbo, Max-Planck-Institut für evolutionäre
Anthropologie, Leipzig, Deutschland
1997 Prof. Charles Weissmann, Universität Zürich, Schweiz
1996 Prof. Robert A. Weinberg, Whitehead Institute, Cambridge, USA
1995 Prof. Jean-Pierre Changeux, Pasteur-Institut, Paris, Frankreich
1994 Prof. Sydney Brenner, Universität Cambridge, Großbritannien
(Medizinnobelpreis 2002)
1993 ausgefallen
1992 Prof. Günter Blobel, Rockefeller Universität von New York, USA
(Medizinnobelpreis 1999)
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