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Max-Delbrück-Medaille für Harvard-Biochemiker Prof. Tom Rapoport


Für seine grundlegenden Arbeiten über den Transport von Proteinen, den Baustoffen und Maschinen des Lebens, die die Zellen am Laufen halten, ist der Biochemiker Prof. Tom Rapoport von der Harvard Medical School aus Boston, USA, in Berlin mit der diesjährigen Max-Delbrück-Medaille geehrt worden. Prof. Rapoport ist es gelungen, die Strukturen in einer Zelle zu entschlüsseln, welche die von der Zelle produzierten Proteine zu ihren Einsatzorten bringt.

Prof. Tom Rapoport, Preisträger der Max-Delbrück-Medaille 2005

Photo: Harvard Medical School

"Eine Zelle ist wie eine Fabrik. Eine ihrer wichtigsten Aufgaben ist es, Proteine herzustellen und an den richtigen Ort zu transportieren," sagte Prof. Rapoport in seinem Vortrag, der sich an die Preisverleihung anschloss. "Die Verladung der Produkte und ihre Zustellung an den richtigen Empfänger ist allerdings in einer Zelle komplizierter als in einer Fabrik, da die Zelle die Güter, die sie produziert, zum Teil auch selbst benötigt". Eine entscheidende Rolle spielt dabei ein Membrankanal, der manche Proteine durch die Membran transportiert und andere in sie einlagert. Seit einigen Jahren beschäftigt sich Prof. Rapoport auch mit der Frage, wie die charakteristische Gestalt einer Organelle entsteht, insbesondere die eines Schlauchsystems, das die gesamte Zelle durchzieht und für den Transport von Proteinen notwendig ist.

Tom Rapoport wurde am 17. Juni 1947 in Cincinnati (USA) geboren, wohin seine Eltern in der Nazizeit geflüchtet waren. In den 50er Jahren kehrte die Familie Rapoport nach Europa zurück und ging schließlich nach Ost-Berlin. Nach dem Abitur studierte Tom Rapoport an der Humboldt-Universität Chemie und Biochemie und ging nach seiner Promotion an das Zentralinstitut für Molekularbiologie der Akademie der Wissenschaften der DDR in Berlin-Buch. 1982 arbeitete er für drei Monate im Labor des späteren Nobelpreisträgers Günter Blobel an der Rockefeller Universität von New York, wurde 1985 Professor für Zellbiologie und Leiter einer Forschungsgruppe am Bucher Akademieinstitut. 1992 erhielt er in Buch an dem nach der Wende dort neugegründeten Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch eine Stelle als Forschungsgruppenleiter. 1995 nahm Prof. Rapoport einen Ruf an die Harvard Medical School in Boston an, wo er seit 1997 am Howard Hughes Medical Institute (HHMI) arbeitet.

Prof. Rapoport erhielt zahlreiche Ehrungen im In- und Ausland. Er ist unter anderem Mitglied in der Leopoldina, der European Molecular Biology Organization (EMBO), der American Academy of Arts and Sciences und der National Academy of Science und er ist Auswärtiges Wissenschaftliches Mitglied des Max-Planck-Instituts für biophysikalische Chemie in Göttingen. Er wurde mit dem Johannes-Müller Preis für Experimentelle Medizin ausgezeichnet, dem Rudolf-Virchow-Preis, und er erhielt die Otto-Warburg-Medaille der Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie (GBM).

Die Max-Delbrück-Medaille wird seit 1992 jährlich an einen herausragenden Wissenschaftler im Rahmen der "Berlin Lectures on Molecular Medicine" vergeben, die das MDC mit anderen Berliner Forschungseinrichtungen und der Schering Forschungsgesellschaft veranstaltet. Der erste Berlin Lecturer war der spätere Medizinnobelpreisträger Prof. Blobel.

 

Träger der Max-Delbrück-Medaille

2005 Prof. Tom Rapoport, Harvard Medical School, Boston/USA
2004 Prof. Victor J. Dzau, Duke Universität, Durham (USA)
2003 Prof. Ronald D. G. McKay, National Institute of Neurological Disorders and Stroke (NINDS), Bethesda, USA
2002 Prof. Roger Y. Tsien, Howard Hughes Medical Institute (HHMI) und University of California San Diego, La Jolla, USA
2001 Prof. Eric S. Lander, Whitehead Institute, Cambridge, USA
2000 Prof. Joan Argetsinger Steitz, Yale Universität, New Haven, USA)
1999 Prof. Paul Berg, Stanford Universität, USA (Chemienobelpreis 1980)
1998 Prof. Svante Pääbo, Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie, Leipzig, Deutschland
1997 Prof. Charles Weissmann, Universität Zürich, Schweiz
1996 Prof. Robert A. Weinberg, Whitehead Institute, Cambridge, USA
1995 Prof. Jean-Pierre Changeux, Pasteur-Institut, Paris, Frankreich
1994 Prof. Sydney Brenner, Universität Cambridge, Großbritannien (Medizinnobelpreis 2002)
1993 ausgefallen
1992 Prof. Günter Blobel, Rockefeller Universität von New York, USA (Medizinnobelpreis 1999)


Quellen und weitere Informationen:

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Publiziert am 01.12.2005

-

Tom Rapoport, Ph.D., Professor of Cell Biology

-

Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch

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