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Der Namensgeber Burkhardt Helferich
Der Preis ist benannt nach dem organischen Chemiker
Burkhardt Helferich, der als Nachfolger von Arthur Hantzsch von 1930
bis 1945 Direktor des Chemischen Institutes an der Universität Leipzig
war, und dem die erste Synthese eines freien Disaccharids (der
Gentiobiose) gelang. Zudem ist er ein Beispiel für den Prototypen des
Wissenschaftlers, der mit Methoden der Organischen Synthese
biologische Probleme angeht. Von Leipzig ging Helferich nach Bonn, wo
er zuletzt Rektor der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität war,
bevor er Ende der 50iger Jahre Präsident der Gesellschaft Deutscher
Chemiker wurde. 1982 starb Helferich 95jährig in Bonn.
Die Idee, einen Burkhardt-Helferich-Preis von
Seiten der Fakultät für Chemie und Mineralogie zu vergeben, hatte der
Leipziger Professor für Organische Chemie und Bio- und Medizinische
Chemie, Athanassios Giannis, der erst Chemie und dann Medizin in Bonn
studiert hatte und Prof. Helferich noch persönlich kannte. "Verblüfft
hat uns jüngere Kollegen die Vitalität des Wissenschaftlers, der noch
mit 90 Jahren im Schwimmbad vom 10-Meter-Brett sprang.", erinnert sich
Prof. Giannis. "Namensgeber für den neuen Preis wurde Burkhardt
Helferich wegen seiner persönlichen Integrität und seines hohen
Ansehens als Wissenschaftler, der nach dem Krieg wesentlich dazu
beigetragen hatte, die Beziehungen der deutschen Chemiker zu den
europäischen und Überseechemikern zu normalisieren."
Dieser internationalen Komponente trugen die Jury
auch bei der Auswahl der Preisträger Rechnung. Neben den zwei
Deutschen Konrad Sandhoff und Horst Kessler bekommt der gebürtige
Luxemburger und in der Schweiz arbeitende Francois Diederich den
Burkardt-Helferich-Preis.
Konrad Sandhoff: Erklärte das Entstehen der
Sandhoffschen Krankheit
Konrad Sandhoff ist einer der bekanntesten
Biochemiker Deutschlands mit hoher internationaler Reputation. Ein
Beleg dafür sind die zahlreichen Vortragseinladungen nicht nur in
Deutschland, sondern auch im gesamten europäischen Raum, den USA und
Japan. Er ist Mitglied mehrerer wissenschaftlicher Gesellschaften.
Konrad Sandhoff hat bei der Erforschung der Synthese und des Abbaus
von Glykolipiden Pionierarbeiten geleistet. Dabei handelt es sich um
für biologische Regelmechanismen bedeutsame Komponenten an der
Oberfläche von Zellen. In diesem Zusammenhang hat er auch das
Entstehen einer Krankheit aufgeklärt die daraufhin nach ihm benannt
wurde: Sandhoffsche Krankheit. Dabei handelt es sich um eine von
mehreren, vererbbaren neurodegenerativen Krankheiten, bei denen es zur
Speicherung von Sphingolipid-Stoffwechselprodukten in Nervenzellen
kommt. Dafür wurde er bereits mehrmals ausgezeichnet.
Prof. Sandhoff spricht auf dem Symposium zum ''Sphingolipidstoffwechsel
und Membrandynamik''.
Horst Kessler: Wegweisend bei der Entwicklung
neuer Medikamente
Horst Kessler hat herausragende Beiträge zur
Strukturaufklärung medizinisch bedeutsamer Makromoleküle mit Hilfe der
Kernresonanz-Spektroskopie. Er gilt als weltweit führend in der
Konformationsanalyse von Peptiden und Proteinen in Lösung. Kessler
entwickelte neue NMR-Techniken und setzte sie zur Untersuchung der
Struktur und Dynamik von Biomolekülen ein. Seine Arbeit eröffnete neue
Einblicke in die Konformation und Aktivität natürlicher und
synthetischer Peptide, insbesondere zyklischer Peptide. Speziell für
die Entwicklung neuer Medikamente ist die Arbeit von Prof. Kesslers
großer Bedeutung. Er ist einer der wenigen Chemiker die an der
Universität forschen, die es erreicht haben einen klinisch wichtigen
Wirkstoff zu entwickeln. Auch er wurde schon mehrfach ausgezeichnet.
Das Thema Prof. Kesslers auf dem Symposium ist: ''Modified
Selective Integrin Ligands for Cancer Therapy, Imaging and Coating of
Implant Materials''.
Francois Diederich: Entwickelt Wirkstoffe gegen
Malaria
Francois Diederich' s Beiträge sind auf mehreren
Gebieten zu finden: Fulleren-Chemie, neue Materialien, supramolekulare
Nanosysteme, Medizinische Chemie und Molekulare Erkennung in der
Chemie und Biologie. Eins seiner neuesten Gebiete betrifft die
Entwicklung von Wirkstoffen gegen Malaria. Bei diesen handelt es sich
um Blocker des Proteins Plasmepsin II, eine Protease des Parasiten,
die beteiligt ist am Hämoglobin-Abbau durch den Malaria-Erreger.
Diederich kann ebenfalls auf eine Reihe bedeutender Preise verweisen.
Prof. Diederich behandelt auf dem Symposium
"Molekulare Erkennungsstudien mit biologischen Rezeptoren: Neue
Ansätze zur Malaria-Therapie". |