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Die Expertenbefragung zu "Risiken
nanotechnologischer Anwendungen in den Bereichen Lebensmittel,
Kosmetika und Bedarfsgegenstände" hat bereits begonnen. Sie folgt der
Delphi-Methode, einem mehrstufigen, qualitativen Prognoseverfahren,
bei dem unmittelbar abrufbares Wissen in einer Expertengruppe
systematisch abgefragt wird. In die Befragung sind rund 100 Fachleute
aus Forschung, Industrie, Behörden, Verbraucherschutzorganisationen
und anderen Nichtregierungsorganisationen einbezogen. In zwei
Delphi-Runden äußern sie sich zu jetzigen und künftigen Anwendungen
der Nanotechnologie sowie zu möglichen Chancen und Risiken für die
Verbraucher. Die erste Delphi-Runde wurde bereits im Juli
durchgeführt, die darauf aufbauende zweite Delphi-Runde, in der die
Experten Gelegenheit haben, auf die Ergebnisse der ersten Runde zu
reagieren, schließt sich im Herbst an. In zwei Expertenworkshops
werden die Erkenntnisse dann diskutiert und die ermittelten
Risikopotenziale gemäß ihrer Bedeutung in einem "Risikobarometer"
zusammengeführt.
Ziel ist es, die verwendeten oder potenziell
verwendbaren Nanomaterialien zu erfassen, sie konkreten Anwendungen zu
zuordnen und aus diesen Informationen Rückschlüsse auf die Exposition
des Verbrauchers zu ziehen. Auf der Grundlage des verfügbaren Wissens
zu Exposition und Gefährdungspotenzial werden die Anwendungen
anschließend nach der Höhe des wahrscheinlichen Risikos unterteilt und
Strategien zur Minimierung der Risiken entwickelt. Das Bundesinstitut
für Risikobewertung führt die Delphi-Befragung zusammen mit dem
Zentrum für Interdisziplinäre Risikoforschung und nachhaltige
Technikentwicklung (ZIRN) der Universität Stuttgart durch.
Ende des Jahres veranstaltet das BfR dann eine
"Verbraucherkonferenz zur Wahrnehmung der Nanotechnologie". Solche
Konferenzen sind ein Instrument, um Verbraucher direkt an der
öffentlichen und politischen Diskussion von Fragen des
Verbraucherschutzes zu beteiligen. Ziel der Konferenz ist es, zu
ermitteln, welche Chancen und Risiken aus der Sicht der Verbraucher
mit der Anwendung der Nanotechnologie verbunden sind.
Dazu wird sich eine Gruppe von 18 repräsentativ
ausgewählten Verbraucherinnen und Verbrauchern an drei Wochenenden in
Berlin intensiv mit der Thematik Nanotechnologie auseinander setzen.
Nach einer öffentlichen Anhörung von Experten auf diesem Gebiet im
November wird die Gruppe aus ihrer Verbraucherperspektive einen
Abschlussbericht zu den Chancen und Risiken der Nanotechnologie
vorlegen. Dieses Verbrauchervotum wird anschließend an wichtige
Akteure aus Politik, Behörden, Wissenschaft, Wirtschaft und
Nichtregierungsorganisationen überreicht. Die von den Verbrauchern
wahrgenommenen Risiken sollen so in den Risikokommunikationsprozess
einbezogen werden.
Die Verbraucherkonferenz wird gemeinsam mit dem
Unabhängigen Institut für Umweltfragen (UfU, Berlin) und dem Institut
für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW, Berlin) durchgeführt. Über
die Ergebnisse wird das BfR die Öffentlichkeit informieren. |