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Der rasch wachsende Energiebedarf motiviert zu
neuen Investitionen in Raffinationstechnologien. Gleichzeitig werden
die technologischen Entwicklungen voraussichtlich stark von den immer
strengeren Umweltvorschriften beeinflusst sein. Zu diesem Ergebnis
kommt Technical Insights (http://technicalinsights.frost.com), ein
Geschäftsbereich der Unternehmensberatung Frost & Sullivan, in einer
Analyse zu den neusten technischen Entwicklungen in der
Erdölverarbeitung und ihrem Einfluss auf die Erdölindustrie.
"In den traditionellen' Märkten Nordamerika und
Europa wird die Nachfrage nach Erdölprodukten - insbesondere nach
Kraftstoffen wie Benzin und Diesel sowie nach petrochemischen
Ausgangsmaterialien wie aromatischen Substanzen und Oleofinen - nur
langsam wachsen, in den aufstrebenden Regionen Indien und China
dagegen vergleichsweise schnell", so die Einschätzung von Peter R.
Savage, Research Analyst bei Technical Insights. "Dadurch geraten die
Raffinerien unter Druck und begeben sich verstärkt auf die Suche nach
innovativen Technologien, mit denen sich Effizienz und Durchsatz
optimieren lassen." Folglich ist in den meisten Regionen mit erhöhten
Investition in Erdölverarbeitungstechnologien zu rechnen.
Strengere Umweltvorschriften in Europa und den USA
dürften vor allem die lukrativen Kraftstoffsektoren beeinflussen. So
werden niedrigere Schwefelgrenzwerte frischen Wind in die Branche
bringen und für Neuinvestitionen und technische Veränderungen sorgen.
Lokale gesetzliche Auflagen haben weltweite
Auswirkungen
"Erdölprodukte werden weltweit gehandelt, und
Kraftstoffe, die in Länder mit strikteren Gesetzen exportiert werden,
müssen den Standards des Abnehmerlandes entsprechen. Deshalb werden
die neuen Vorschriften in Europa und USA weltweite Auswirkungen
haben", meint Savage. "Zudem gibt es in Japan, Singapur und anderen
Ländern, die mit Umweltproblemen wie Smog konfrontiert sind,
inzwischen ähnliche Regelungen."
Isomerisierung, Alkylierung und Desulfurierung
gewinnen an Bedeutung
Augrund dieser Veränderungen werden Technologien
wie Isomerisierung, Alkylierung und Desulfurierung zunehmend an
Attraktivität gewinnen. Die Isomerisierung dürfte zusätzlich vom
bevorstehenden Verbot des Benzinadditivs MTBE profitieren. Außerdem
werden Umweltbedenken in Bezug auf Alkylierungsanlagen, in denen meist
große Mengen an Schwefel- und Flusssäure als Katalysatoren zum Einsatz
kommen, die kommerzielle Entwicklung neuer Technologien vorantreiben,
die alternativ Supersäuren oder Festphasen-Alkylierung nutzen.
Entsprechend wird der Umsatz im Weltmarkt für
Anlagen zur Erdölraffination laut Analyse zwischen 2004 und 2008 von
48,16 Milliarden US-Dollar auf 52,3 Milliarden US-Dollar steigen. Zu
den wichtigsten Technologien dürften sich bis Ende des
Prognosezeitraums das Wirbelschichtcracken, das Hydrocracken, die
Desulfurierung und die Veredelung von schwerem Erdöl entwickeln.
Prozesse wie Druckwechseladsorption (Pressure Swing
Adsorption, PSA) und Membrantrennung sollen den Wasserstoff in Abgasen
konservieren und erfassen - quasi ein Muss bei den wasserstoffarmen
schwereren Erdölen. Allerdings erfordern diese Vorgänge immer noch
erhebliche Modifikationen, bevor sie in der Erdölverarbeitung die
erwünsche Wirkung bringen können.
Überwindung des "Schwefelproblems"
Die Umweltvorschriften konzentrieren sich bisher
vor allem auf die Reduktion der Schwefelwerte von Endprodukten. Daher
liegt der Schwerpunkt bei der Entwicklung neuer
Raffinationstechnologien häufig auf der Überwindung des
"Schwefelproblems". Da die Gesamteffizienz des katalytischen Prozesses
eine kritische Rolle für die Steigerung der Raffineriemargen spielt,
zielen viele innovative Ansätze auf die Reduzierung der Sensibilität
von Katalysatoren in Bezug auf Schwefel ab oder darauf, den Schwefel
durch entsprechende Vorbehandlung erst gar nicht bis zum Katalysator
vordringen zu lassen.
"Wir verstehen inzwischen viel besser, wie ein
Katalysator funktioniert - chemisch wie physikalisch -, was uns ein
weitaus größeres Potenzial für kontinuierliche Verbesserungen
eröffnet", fügt Savage hinzu. "Nanotechnologie und kombinatorische
Chemie zählen zu den Techniken, die zur Effizienzsteigerung beitragen
dürften."
"Während die Kommerzialisierung alternativer
Energien voraussichtlich noch auf sich warten lassen wird,
konzentrieren sich die Erdölverarbeiter auf die Entwicklung
innovativer Technologien", so Savage abschließend. "Das wird vor allem
am allmählich zunehmenden Einsatz von Ultraschall-Techniken und
neuartigen Separationstechnologien deutlich." |