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In der EU ist ihr Vertrieb schon lange verboten
oder streng beschränkt. Als äußerst langlebige Vertreter ihrer Familie
findet man sie dennoch heutzutage fast überall in der Umwelt, so auch
in der Luft über dem Alpenraum: Die Rede ist von den so genannten POPs,
den Persistent Organic Pollutants, langlebigen hochtoxischen
Substanzen, die bereits in sehr geringen Konzentrationen eine Reihe
von unerwünschten toxischen Wirkungen zeigen können.
Nun haben fünf Alpenanrainer-Staaten unter
Federführung von Österreich den Startschuss für MONARPOP, ein groß
angelegtes Monitoring - Projekt zur Untersuchung dieser POPs im
Alpenraum gegeben. Das GSF - Forschungszentrum für Umwelt und
Gesundheit ist in den Verbund als maßgebliche deutsche
Wissenschaftseinrichtung integriert. "Wir erfassen die Substanzen vor
Ort für den Bereich der bayerischen Alpen und führen im Anschluss die
nötigen Laboruntersuchungen für einen Teil der Substanzen durch",
erläutert Dr. Manfred Kirchner vom GSF-Institut für Ökologische Chemie
die Beteiligung der GSF an der Studie. Er koordiniert die Probenahmen
im Rahmen der Gesamtstudie, welche im übrigen finanzielle
Unterstützung vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit
und Verbraucherschutz sowie aus dem EU-Interreg Alpenraumprogramm
erhält.
Manche der POPs werden trotz gesetzlicher
Regelungen immer noch als unerwünschte Nebenprodukte emittiert, andere
wurden aus weit entfernten Teilen der Welt zu uns verfrachtet. Sie
lagern sich bevorzugt in kalten Regionen wie an den Polen oder im
Gebirge ab, wo sie sich an fettreiche oder organische Substanzen
binden. Besonders gefährdet sind daher im Alpenraum Pflanzen, Tiere
und Böden der höheren Regionen und damit auch der Mensch als
Bestandteil der Nahrungskette.
"Ab Herbst 2004 werden wir im bewaldeten Bereich
zunächst Fichtennadeln und Bodenproben untersuchen sowie zur Erfassung
der Luftbelastung oberhalb der Baumgrenze quasi als "virtuelle
Fichtennadel" Passivsammler einsetzen," beschreibt Dr. Karl-Werner
Schramm, Leiter der Laboruntersuchungen und Verantwortlicher für diese
neuartige Technik am GSF-Institut für Ökologische Chemie die unter
anderem auch für die bayerische Seite geplante Vorgehensweise. Am
GSF-Institut für Bodenökologie untersucht zudem Dr. Peter Schröder
ausgewählte Enzyme in Fichtennadeln von unterschiedlich belasteten
Standorten.
Ergänzt werden diese Untersuchungen durch
zusätzliche - tierversuchsfreie - Analysen zur Wirkung ausgewählter
POP-Vertreter, darunter dioxinähnlicher Substanzen und Xenohormone.
An insgesamt sechs Höhenprofilen soll der Einfluss
der Seehöhe auf die Belastungsverteilung erfasst werden. Die
bayerischen Standorte für die Probenahme liegen in den Landkreisen
Oberallgäu, Garmisch-Partenkirchen, Rosenheim und Berchtesgaden. Die
Höhenprofile werden im Bereich Eschenlohe und im Nationalpark
Berchtesgaden gezogen. Zusätzlich sollen Luft- und
Niederschlagsmessungen an hochalpinen Standorten, wie etwa dem
Sonnblick, dem Weissfluhjoch und der Zugspitze durchgeführt werden.
Daraus erwarten sich die Wissenschaftler erste Hinweise auf die
Herkunft der POPs.
Insgesamt sind im Rahmen des Vorhabens, das mit 1,8
Millionen Euro ausgestattet ist, Messungen ins sechs Ländern und
Regionen an etwa 40 Messpunkten in den Alpen vorgesehen. |