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Das Thema Biologische Sicherheit begleitet
Professor Dr. Bernd Appel seit vielen Berufsjahren. Nach der
universitären Laufbahn, einschließlich einer C3-Professur für
Biotechnologie und Auslandsaufenthalten in den USA, ging der Biologe
und Biochemiker 1992 zum Bundesgesundheitsamt. Auch dort stand die
"biologische Materie" im Vordergrund: Risikobewertung gentechnischer
Arbeiten, technischer Umgang mit Organismen und Anlagen, Forschung zum
horizontalen Gentransfer und zum Erregerwandel oder die Entwicklung
diagnostischer Nachweisverfahren für pathogene Mikroorganismen sind
einige Beispiele.
"Die Entstehung und die Veränderung von
Mikroorganismen haben mich schon immer fasziniert", bekennt Appel.
Genau in diesem Sinne habe er auch vor rund acht Jahren die
Projektgruppe Biologische Sicherheit beim Robert Koch-Institut
übernommen. Seit Juni 2005 leitet Appel die gleichlautende Abteilung
am BfR. Neben den aktuellen Fragen zur Vogelgrippe beschäftigt sich
die Abteilung unter anderem mit der Bewertung von Zoonoseerregern in
Lebensmitteln, der Erkennung pathogener Mikroorganismen in der Nahrung
oder der Forschung zu neuartigen Erregern sowie der Untersuchung von
Resistenzen.
Die Abteilung Lebensmittelsicherheit wird seit
August 2005 von PD Dr. Dr. Alfonso Lampen geleitet. Er ist
promovierter Biologe und promovierter Tiermediziner. Nach seinem
Studium in Göttingen, Hannover und den USA. und seiner Post-Doc-Zeit
hat er am Lehrstuhl für Lebensmitteltoxikologie und Chemische Analytik
an der Tierärztlichen Hochschule Hannover habilitiert.
Lampen hat neue Projekte und Methoden in die
Abteilung eingebracht: "Zur bereits etablierten chemisch-analytischen
Ausrichtung wollen wir Methoden etablieren, mit denen die immer
wichtiger werdenden Fragen zur zellulären und molekularen
Lebensmittelsicherheit beantwortet werden können." Projekte zur
molekularen Analyse von Stoffwirkungen wie Nutriogenomics und
Proteomics sollen den Anfang bilden. Außerdem sollen neue
Zellkulturmethoden entwickelt und etabliert werden, welche die
Tierversuche in der Lebensmitteluntersuchung ersetzen können.
Die Leitung der neu eingerichteten Abteilung
Sicherheit von verbrauchernahen Produkten hat im Februar 2006 PD Dr.
Dr. Andreas Luch übernommen. Die molekulare Toxikologie steht im
beruflichen Mittelpunkt des Chemikers, Biologen und approbierten
Arztes. Nach Studium, Promotion und Habilitation in Mainz und München
folgten Forschungsaufenthalte an der Harvard Medical School und am
Massachusetts Institute of Technology. Luch beschäftigte sich mit den
molekularen Ursachen von Krebs: Im Vordergrund standen Untersuchungen
zum Metabolismus krebserzeugender Fremdstoffe, zu deren Bindung an die
DNA und den erbgutschädigenden Eigenschaften.
Die Abteilung für Produktsicherheit im BfR
beschäftigt sich mit der gesundheitlichen Bewertung von
Bedarfsgegenständen, kosmetischen Mitteln und vielen anderen
"verbrauchernahen Produkten". Das Gebiet umfasst nahezu alles, womit
Menschen im täglichen Leben in Kontakt kommen können. "Die Sicherheit
von Produkten des täglichen Bedarfs rückt immer stärker ins
öffentliche Bewusstsein. Dem wollen wir mit einer vorsorgenden
Identifizierung und Bewertung der gesundheitlichen Risiken eine
wissenschaftlich fundierte Basis geben", erklärt Luch.
PD Dr. Gaby-Fleur Böl leitet seit dem 1. April 2006
die Abteilung Risikokommunikation des BfR. An der Medizinischen
Hochschule in Hannover arbeitete die Biochemikerin im Bereich
Immunologie. Nach ihren Studien zu spezifischen
Protein-Protein-Wechselwirkungen an der Heinrich-Heine-Universität in
Düsseldorf ging Böl 1997 an das Deutsche Institut für
Ernährungsforschung in Potsdam-Rehbrücke. Dort widmete sie sich der
Regulation zellulärer Prozesse durch Nahrungsinhaltsstoffe und dem
Zusammenhang zwischen Ernährung und Krebs. An der Universität Potsdam
habilitierte sie sich in Biochemie.
"Wissenschaftliche Erkenntnisse sollten für
Verbraucher und Multiplikatoren transparent sein, damit sie anhand
sachlicher Informationen eigene Entscheidungen treffen können", sagt
Böl. Die Abteilung Risikokommunikation sei hierbei eine zentrale
Schnittstelle, um die für den Verbraucher sensiblen Themen in die
Forschungsaktivitäten des BfR aufzunehmen. Böl will sich für einen
offensiven Dialog mit allen relevanten Zielgruppen einsetzen und die
internationale Vernetzung des BfR weiter ausbauen. |