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Eine Linde als Symbol der Nachhaltigkeit -
gemeinsam gepflanzt von Minister Hauk und dem Rektor der Universität
Hohenheim, Prof. Dr. Hans-Peter Liebig - soll für den Aufbruch in ein
neues Zeitalter stehen. "Baden-Württemberg hat wegen seiner räumlichen
Strukturen besonderes Potenzial für die Gewinnung von Energie aus
land- und forstwirtschaftlicher Biomasse. Biogas, das bei der
Vergärung von nachwachsenden Rohstoffen und biogenen Reststoffen
entsteht, kommt dabei eine Schlüsselstellung zu", erklärte Minister
Hauk im Anschluss an die Pflanzaktion.
Lokalisiert ist die künftige Biogasanlage auf dem
Unteren Lindenhof, der Versuchsstation der Universität Hohenheim bei
Eningen (Landkreis Reutlingen). "Als führende agrarwissenschaftliche
Hochschule Deutschlands sehen wir im Forschungsthema nachwachsende
Rohstoffe und Energieerzeugung einen ganz besonderen Schwerpunkt",
betonte der Rektor der Universität Hohenheim, Prof. Dr. Hans-Peter
Liebig. Bereits im Jahr 2004 habe die Universität das modernste
Biogas-Labor Europas aufgebaut. "Ich freue mich, dass wir diesen
EU-weiten Forschungsvorsprung nun durch eine Produktionsanlage und
eine vernetzte Forschungsplattform weiter ausbauen", erklärte der
Rektor der Universität Hohenheim.
Die zukünftige Biogasanlage am Unteren Lindenhof
der Universität Hohenheim ermöglicht eine hocheffiziente Gewinnung von
Biogas. An ihr wird erforscht, welche nachwachsenden Rohstoffe mit
welchen Konversionstechniken den besten Wirkungsgrad erzielen. Die
ultramoderne Anlage wird mit drei Gärkammern gleichzeitig aufwarten
und ist flexibel für jede Fragestellung modifizierbar.
Gleichzeitig suchen die Wissenschaftler nach den
zukünftigen Einsatzmöglichkeiten eines qualitativ hochwertigen
Biogases. Diese Fragestellungen sind von enormer Tragweite: Das
entstehende Biogas soll nicht nur zur Strom- und Abwärmeerzeugung in
lokalen Blockheizkraftwerken dienen, sondern langfristig als so
genanntes "Green Gas" auch Erdgas ersetzen und Gasmotoren in
Fahrzeugen antreiben können.
Mit der Forschungsplattform sollen bevorzugt
Forschungsthemen unter Beteiligung mehrerer Partner durchgeführt
werden, um unter anderem auch die Vernetzung der Forschungs- und
Entwicklungseinrichtungen in Baden-Württemberg in diesem Bereich zu
fördern und Synergieeffekte nutzen zu können. Die konkreten
Forschungsvorhaben der Bioenergieplattform Baden-Württemberg werden
daher am Standort "Unterer Lindenhof" sowie in den Labors der
beteiligten Institutionen des Landes durchgeführt.
Hierbei steht der Standort "Unterer Lindenhof"
allen Projektpartnern für ihre Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten
zur Verfügung. Dieser integrative und interdisziplinäre Ansatz soll
die Forschungskompetenz im Land stärken und den Führungsanspruch von
Baden-Württemberg und seiner Forschungseinrichtungen bei der
Entwicklung der grünen Energie von Morgen untermauern.
Hintergrund Bioenergie
Gülle, Gras und Getreide haben neben der
Verfeuerung von Holz die größten Chancen als wichtigster Energieträger
einer postfossilen Welt. Die Vorteile von Gas und Strom aus Biomasse
sind zahlreich und vielfältig: Bioenergie ist klimaneutral, denn das
freiwerdende CO2 stammt nicht aus Millionen Jahre alten Ablagerungen,
sondern ist natürlicher Bestandteil des Klimakreislaufes. Die
benötigte Biomasse kann gelagert und flexibel der Energieerzeugung
zugeführt werden. Außerdem ist die Bioenergie von hohem
strukturpolitischen Nutzen: Die Produktion nutzt nachwachsende
Ressourcen vor Ort und stärkt die heimischen Erzeuger. Da Bioenergie
da produziert wird, wo sie verbraucht wird, bringt sie dringend
benötigte Arbeitsplätze in ländliche Regionen.
Mit einem Biomasseaktionsplan setzt sich die
Landesregierung Baden-Württemberg das Ziel, die stoffliche und
energetische Nutzung nachwachsender Rohstoffe in Baden-Württemberg
weiter gezielt voran zu treiben. Unter anderem soll die installierte
Bioenergieleistung bis 2010 im Wärme- und Strombereich verdoppelt und
die Markteinführung moderner, umweltfreundlicher Konversionstechniken
mit hoher wirtschaftlicher Effizienz gezielt unterstützt werden.
Biokraftstoffe sollen durch eine Beimischungspflicht für fossile
Kraftstoffe unterstützt, reine Biokraftstoffe steuerlich begünstigt
werden. |