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Die neue VOC-Richtlinie kommt: Ab 2007 dürfen
lösemittelhaltige Lacke, die einen hohen Prozentsatz von VOCs -
Voilatile Organic Compounds - enthalten, nur noch eingeschränkt
verwendet werden. Während die Lackhersteller sich bereits seit
längerer Zeit darauf konzentrieren, neue lösemittelreduzierte Lacke zu
entwickeln, stehen vor allem mittelständische Unternehmen vor großen
Problemen. "Sie müssen den Umstieg ohne größere
Produktionsverzögerungen oder gar -Ausfälle meistern", weiß Dr.
Volkmar Stenzel, der die Arbeitsgruppe Lacktechnik am IFAM leitet.
"Doch das ist nicht so einfach, denn die meisten Betriebe müssen neue
Lacksysteme mit zunächst unbekannter Leistungsfähigkeit und
Verarbeitbarkeit einsetzen und zusätzlich häufig ihre Anlagen dafür
umstrukturieren. Die neuen Lacke brauchen andere
Verarbeitungstechniken."
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Vordispergieren gehört mit zur
Lackrezeptentwicklung.
© Rainer Meier BFF |
Die Folge: "Viele Betriebe warten einfach ab, ob
aus Unkenntnis oder weil sie nicht wissen, wie sie den Umstieg
schaffen sollen", weiß Lackexperte Stenzel. "Wir helfen Unternehmern
bei der Umstellung auf wasserbasierte Lacke oder Pulverlacke. Damit
die Produktion nahtlos weitergehen kann, ist eine umfangreiche Planung
und Prüfung von Lackmaterial und -Verarbeitung nötig." Auf der
Hannover Messe bieten die IFAM-Wissenschaftler im
Praxispark-Kompetenzzentrum für Oberflächentechnik maßgeschneiderte
Lösungen für den Umstieg auf die neue VOC-Richtlinie an.
Am Beispiel einer Materialprobe aus dem Flugzeugbau
zeigen die Wissenschaftler, dass Lackierungen für höchste technische
Ansprüche bereits mit wasserverdünnbaren Lacken durchgeführt werden
können. Kernkompetenz der IFAM-Lackexperten ist die Qualifizierung von
Lacken und den zugehörigen Verarbeitungsverfahren. Daneben entwickeln
sie Lacke für Nischenanwendungen, etwa für die Luft- und Raumfahrt.
"Hochabriebfeste Lacke, wie sie hier für bestimmte Bauteile gefragt
sind, sind häufig kein Thema für die Lackhersteller, da hier nur
geringe Mengen gebraucht werden", sagt Stenzel. Hier müssen
Rohstoffhersteller, Lackingenieure und Polymerspezialisten gemeinsam
eine Lackzusammensetzung finden, die zum einen umweltverträglich,
hochfest und auch noch leicht aufzutragen ist. Weiterer Schwerpunkt
der Arbeitsgruppe Lacktechnik ist das Farbton-Management. Hier geht es
beispielsweise darum, dass Karosserie und Anbauteile wie etwa
Stoßfänger denselben Farbton haben müssen, auch wenn sie in
unterschiedlichen Betrieben unter verschiedenen Bedingungen lackiert
werden. Besonders anspruchsvoll sind hier moderne changierende Lacke.
Auch beim Korrosionsschutz sowie der
Kunststofflackierung stehen die Experten mit Rat und Tat zur Seite.
Außerdem bieten die Experten Lösungen für das Kleben lackierter
Oberflächen an. Dabei wird der Lack zum Konstruktionselement, eine
Aufgabe, für die der Lack normalerweise nicht entwickelt wurde. Durch
das Kleben auf Lack können Prozessschritte eingespart und neue
Konzepte zur Oberflächenbehandlung realisiert werden. |